PETER W. SCHMIDT ARCHITEKTEN - Neubau Kinder tagesstätte
PETER W. SCHMIDT ARCHITEKTEN - Neubau Kinder tagesstätte
PETER W. SCHMIDT ARCHITEKTEN - Neubau Kinder tagesstätte

3. Preis Realisierungswettbewerb Stadt Böblingen "Neubau Kindertagesstätte"

Mit dem Entwurf einer sechsgruppigen Kindertagesstätte wird der großzügige Freiraum südlich der Breslauer Straße gefasst. Der straßenbegleitende Grünstreifen gibt dem Straßenprofil eine eigene Note, er ist Puffer zwischen den nördlich angrenzenden Wohnbebauzeilen und dem im Westen gelegenen Lehr- und Forschungszentrum. In das spitz zulaufende Grundstück, mit seinem schmalen Baufeld, wird ein dreigeschossiger, abgetreppter Baukörper platziert. Pro Geschoss sind jeweils zwei Gruppen angeordnet, die entsprechend dem Raumprogramm zusammengehörig sind und autark „bespielt“ werden können. Der Außenspielbereich wird entsprechend der Empfehlung in der Auslobung in dem südlich angrenzenden Freibereich angeordnet. In den Obergeschossen erhält er mit den direkt zugänglichen Terrassen eine zusätzliche Freifläche. Die dreigeschossige Kindertagesstätte setzt städtebaulich ein Zeichen. Der Baukörper vermittelt durch seine Abtreppung indirekt zwischen den unterschiedlichen Volumina der Wohnbebauung und des Lehrzentrums. Bildlich gesprochen entsteht ein gleitender Übergang in den grünen Freiraum, der nicht nur den Außenspielbereich aufnimmt, sondern in der Folge auch als öffentliche Grünfläche gestaltet werden wird. Der Hochpunkt des Gebäudes befindet sich folgerichtig am Ende des nördlich spitzwinklig zulaufenden Teils des Grundstückes. Das Haus für die Kinder ist parallel zur Privatstraße angeordnet. Von ihm wird die Andienung und Entsorgung der Küche erfolgen. Von der Breslauer Straße wird entlang der leichten Böschungskante die Zuwegung zum Haupteingang angelegt. Es ergibt sich ein großzügiger Vorbereich, der im Alltagsbetrieb einen wichtigen Puffer zum Straßenraum definiert. Die innere Gliederung und Anordnung mit ihren für den Betrieb notwendigen Raumfolgen, entspricht den Anforderungen eines zeitgemäßen Betriebs einer Kindertagesstätte. Im Erdgeschoss erfolgt über ein großzügiges Foyer mit direkt angrenzendem Mehrzweckraum und eingestelltem Büro der Leitung, die Verteilung auf die jeweiligen Geschosse. Jeweils paarweise werden die eigentlichen Gruppenräume mit der dienenden Funktion angeordnet, es ergeben sich großzügige Spielflächen, die üppig mit Tageslicht versorgt sind. Die Konstruktion des Gebäudes, ein Massivbau mit Putzfassade, ermöglicht eine kompositorische Gliederung der Fassade. Die Öffnungen an der Stirnseite im Süden sind vollflächig zu den Gruppenräumen, an den beiden Längsseiten sind sie bezogen auf die im Grundriss angeordneten Funktionen, gesetzt. Für die Innengestaltung des Gebäudes ist ein Inlay aus Holz vorgesehen. Warme Materialien, sensible Details, gezielte Lichtführung und Farbwahl bilden einen neutralen vielfältig dienenden Rahmen, der von den Betreuerinnen und Kindern in Gänze ausgenutzt werden darf. Die Be- und Entlüftung des schlanken Gebäudes wird über die klassische Querlüftung sichergestellt. Die Fensterdetails werden daraufhin entwickelt und abgestellt. Der Entwurf ist als horizontal gegliedertes Volumen konzipiert. Mit seiner Verschlankung nach oben reagiert es geradezu ideal auf die funktionalen Anforderungen und entwickelt für den Ort einen speziellen Baukörper. Der zeitlose Ausdruck der Architektur und die zurückhaltende Formensprache bieten den Aktivitäten der täglichen Nutzungen einen maximalen neutralen Hintergrund. Zudem wird der Entwicklung und Entfaltung der Kinder über den räumlichen Aspekt ein indirekter Beitrag ermöglicht. Die räumliche Komponente des Entwurfs mit seiner Mehrgeschossigkeit und der mehrseitigen Lichtführung ist ein guter Nebeneffekt, der sich auf die subjektive Wahrnehmung der Kinder auswirkt. Die energetische Konzeption des Gebäudes ist primär durch seine Ausrichtung nach Süden geprägt. Der Eintrag von Tageslicht und Sonnenenergie mit Blick auf den Bedarf des Gebäudes und der entsprechenden Energiebilanz ist so ausgelegt, dass mit minimalen wirtschaftlichen Betriebskosten zu rechnen ist.